Blog#6 Wir kommen bald zurück!


  • Wo wir seit letztem Mal genau waren 🙂

  • Nachdem unsere Zeit in Manila mit den «urban poor» (städtischen Armen) vorbei war, sind wir hierher gekommen um das Leben der «rural poor» (ländlichen Armen) näher kennen zu lernen.
  • Wir wurden von einer Schweizer-Missionarin vor Ort in den drei Wochen zweimal für fünf Tage in ein lokales Dorf versetzt, wo wir mitleben und mitfühlen konnten.
  • Zwischen diesen Besuchen konnten wir (wie immer) tausende Fragen loswerden und viele tiefgründige Gespräche über dem Fondue-Caquelon haben (und wieder etwas Schweizer Kultur aufleben lassen).

  • Nach dem verherenden Taifun Yolanda (2013) konnte OMF ein Wiederaufbau-Projekt starten. Sie haben zahlreiche «Safe-Villages» gebaut, d.h. sichere Dörfer, die durch die Topographie von Stürmen besser geschützt sind. Durch diesen Anlass konnten diese unerreichten* Volksgruppen zum ersten mal erreicht werden.
  • In so einem offen gebauten Haus (grosse Spalte zwischen Dach und Wände sorgen für Durchlüftung) konnten wir für ein paar Tage wohnen. Grundsätzlich haben solche Dörfer den Charakter eines Campingplatzes – man hört alles.
  • Unsere Gastgeber waren unglaublich und nahmen uns sogar mit zum Fischen (in den meisten bisher besuchten Kulturen empfinden sie das als schlechte Gastfreundschaft, wenn der Gast «arbeiten» muss…). Auf unseren Wunsch zeigten sie uns auch wie man die Fische ausnimmt, frittiert, Gemüse kocht oder auch die Wäsche wascht.

  • * Unerreichte Volksgruppen sind diejenigen, die nicht nur noch nie von Gottes Liebe und seiner Einladung, durch Jesus zu IHM zu kommen, gehört haben (von denen gibt es ja auch in der Schweiz genug). Nein es sind diejenigen Menschen, die niemals in ihrem Leben die Möglichkeit haben, eine Person zu treffen, die ihnen das Evangelium erklären könnte. (Joshua Project hat Zahlen dazu (Englisch))
  • Natürlich ist die Missiologie (Wissenschaft der Mission) heute mit anderen Möglichkeiten beschenkt. So können mit Social Media ganz andere Volksgruppen erreicht werden. Und mehr denn je begegnet Jesus auch vielen (gerade Gott suchenden Muslimen) ganz persönlich und direkt im Traum. Das könnte uns doch dazu animieren, mehr genau dafür im Gebet einzustehen? Die Definition der Unerreichten hat sich durch diese Entwicklungen nicht geändert. Ebenfalls sollte erreicht/unerreicht nicht missverstanden werden: es ist vielmehr eine Skala als ein Ja/Nein
  • Nun zu dieser heissen Frage, ob die Philippinen als «christlichstes Land der Welt» unerreichte Volksgruppen enthält? Abgesehen von den muslimischen Minderheiten identifizieren sich knapp 90% als Katholiken oder verschiedener christlichen Kulte (Iglesia ng christo, Mormonen, Zeugen Jehovas, etc). Religionszugehörigkeit und (übertriebener) Spiritualismus ist zwar sehr wichtig, aber es gibt viel verkehrte Lehre: Die Grundwahrheiten die Jesus gelegt hat werden zum Teil massiv missverstanden, somit können einige der lokalen Katholiken nicht mal das Evangelium erklären. Somit darf angezweifelt werden, ob sie Jesus persönlich kennen gelernt haben. Zusätzlich haben kirchliche Strukturen dazu beigetragen, die «gläubigen» in Unmündigkeit zu halten, was auch den massiven Anteil an Kulten erklärt. Die Frage nach der Erreichtheit philippinischer Volksgruppen bleibt schwierig. Lokale Protestantische Gruppen mit (sehr) schwachem Verständnis für ihre katholischen Nachbarn machen ein Beantworten dieser Frage nicht einfacher. Hierbei hilft ein vereinfachendes Denominationsdenken (wir sind richtig, sie sind falsch) nicht. Wir freuen uns bald in Tiefe mit euch darüber unterhalten zu können, denn auch der (kirchen-)geschichtliche Hintergrund darf nicht vergessen werden.

  • In der Mitte von wunderschönen Reisfledern liegt dieses einfache Dorf das seit 10 Jahren Stromanschluss hat. Unsere Gastgeber haben uns in ihre zahlreichen (z.T. auch nicht so) leckeren Spezialitäten eingeführt. So ersparen wir euch Bilder des Balut und co.
  • Jeden Morgen um 5 ging es los auf einen Gebetsmarsch. Das komische daran, die lokalen selber machen das eigentlich nie, sie haben einfach gelernt das ihre (typischerweise koreanischen) Besucher das als selbstverständlich ansehen. Wann war dein letzter Spaziergang mit Gott (mit intensiver Fürbitte)?

  • Genügend Text. Einsatz vorbei, wir konnten baden, kayaken und surfen gehen und habens genossen.

  • Touristenmagnete (aus gutem Grund)
  • Hier (aber auch Thailand und Indonesien) sieht man immer wieder wunderschöne angekettete oder eingesperrte Hähne. Ihr Schicksal endet wohl aber grausam in einem Hahnenkampf. Einmal haben wir einen solchen Event miterlebt. Es wird um viel Geld gewettet, fröhlich gegessen und getrunken. Die Hähne werden gezwungen bis auf den Tod zu kämpfen. Ein wirklich unschönes Erlebnis, das aber Teil dieser Kulturen ist.

  • Wir werden noch eine Woche Urlaub an weiteren traumhaften Orten in den Philippinen geniessen.
  • Ist es Gerecht, dass wir «weil wir schon so weit geflogen sind doch natürlicherweise noch ein paar Wochen Urlaub an so einen Einsatz anhängen», obwohl grosse Teile der Bevölkerung nicht weit über ihre eigene Insel hinausgekommen sind? Was würde Jesus tun?
  • Leider ist Tabitas Ausschlag zurückgekehrt, nachdem sie ihre Antibiotika abgesetzt hatte…

Kommt und hört mir zu, ihr alle, die ihr Ehrfurcht vor Gott habt! Ich will erzählen, was er für mich getan hat.

Psalm 66,16

Unser grosses Abenteuer geht in die letzte Phase: wir werden Mitte Mai nach China reisen und einen Monat in diesem sehr speziellen Land verbringen. In diesem Jahr haben wir einige dort lebende Leute kennengelernt und nun dürfen wir ein paar Freunde wiedersehen. Heisst wir werden die Hälfte der Zeit als Touristen, die andere Hälfte als «Besucher» unterwegs sein.

Und dann, am 13. Juni werden wir wieder europäischen Boden unter den Füssen haben.* Wir freuen uns unheimlich, euch bald wieder zu sehen! Auch möchten wir ganz wie im Psalm 66 beschrieben, unsere vielen Erfahrungen und unser Feuer für Gebet und die Mission (und schlussendlich Jesus) mit euch teilen.

*Der Mensch legt sich im Herzen zwar seinen Lebensweg zurecht, aber der Herr lenkt seine Schritte.

Sprüche 16, 9